Elo Wilhelm Sambo

Der Kesselpauker El Wilhelm Sambo im Jahre 1929 mit der Stadtkapelle

Das war neu: Ein Schwarzer im Karneval. Doch so ungewöhnlich der Anblick für die Kölner auch war: Elo Wilhelm Sambo war eine Zierde für den Kölner Rosenmontagszug.

Er hatte einen erstaunlichen Lebensweg hinter sich: Geboren wurde Elo Wilhelm Sambo am 1. April 1885 in Yaoundé (deutsch: Jaunde) in Kamerun. Im Jahre 1891 brachte der damalige Rittmeister Stolzenberg den damals 6 Jahre alten Sambo nach Deutschland. Dort wurde er in einem Militär-Waisenhaus in Potsdam erzogen und zu einem Pferdeknecht ausgebildet. Den zweiten Vornamen „Wilhelm“ erhielt er, weil er ein Patenkind des deutschen Kaisers Wilhelm II. war.

Bild von Elo Wilhelm Sambo im Eisenbahnregiment Nr. 1
Bild von Elo Wilhelm Sambo im Eisenbahnregiment Nr. 1 (zweiter oben links)

Am 1. Oktober 1905 trat er als Zweijähriger Freiwilliger in die 4. Kompanie des Eisenbahner-Regiments Nr. 1 ein. Zwei Jahre später wechselte er am 28. September 1907 in das Leibgarde-Husaren-Regiment, wo er zum Kesselpauker ausgebildet wurde. Vor ihm hatte es schon einen schwarzen Kesselpauker gegeben. Er ritt bei Paraden immer den Bläsern voran. Sambo wurde imposant ausstaffiert: auf einem Schimmel in roter Uniform und mit schwarzer Hautfarbe – die kaiserlichen Farben lassen grüßen.

Held des 1. Weltlrieges

Während des 1. Weltkrieges kämpfte Sambo erst in Ostpreußen (1914) und dann vor Verdun (1915) und zuletzt bei der „Osmanischen Armee“ in Palästina, wo er 1918 in englische Kriegsgefangenschaft geriet. An der Front wurde er mehrmals verwundet. Er erhielt das Verwundetenabzeichen und das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Nach Deutschland zurückgekehrt, diente er in der Reichswehr in Potsdam als Kesselpauker beim Reiterregiment Nr. 4, das die Tradition der Garde-Kavallerie fortführte.

Als er im Jahr 1923 nach 18 Jahen aus der Armee entlassen wurde, arbeitete Sambo zunächst als Fremdenführer in den Schlössern von Potsdam. Weil ihn diese Tätigkeit nicht befriedigte, ging er nach Münster und arbeitete bei einem alten Kameraden als Cafe-Portier in einem Nobel-Cafe. Schließlich wandte er sich an alte rheinische Kameraden des ehemaligen Leib-Garde-Husaren-Regiments, die ihn nach Köln holten. Dort wohnte er in der Nähe des Clodwigplatzes.

Mitglied der Blauen Funken

Er nahm aktiv am Karneval teil: Er wurde Mitglied im Traditionskarnevalsvereins „Blaue Funken“ und ritt bis kurz vor seinem Tod im Rosenmontagszug mit seiner Kapelle vor den Blauen Funken und eröffnete damit den Zug. Ganz Köln kannte Sambo. Alle, besonders die  Kinder, liebten den schwarzen Kölner.

Elo Sambo starb am 15. Juli 1933 in Köln. Er wurde auf dem Kölner Südfriedhof beerdigt. Es war wahrhaft ein fürstliches Begräbnis: Hinter dem Sarg schritten zwei Leib-Garde-Husaren in der farbenfreudigen Friedensuniform. Sie trugen einen großen Kranz des Kaisers, der sein Patenkind nicht vergessen hatte. Ihnen folgten die Regimentsvereine der Garde. Daran schlossen sich die anderen Kölner Kriegervereine an und die Fahnen- und Standartenträger in der Friedensuniform der Armee vor 1914.

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