Feldhaus – Kölns Spielwarenwunderland

Haus von Feldhaus Spielwaren Köln„Wir gehen auch zu Feldhaus!“ – Kölns traditionsreichstes Spielwarengeschäft Feldhaus war einst das Lockmittel schlechthin, wenn Mutter in der Stadt mal wieder Besorgungen machen musste. Auf fünf Etagen erwartete die Pänz ein echtes Spielwaren-Paradies: Mit mehr als  70 000 Artikel war Feldhaus das zweitgrößte Spielwarenfachgeschäft in Deutschland. Vor allem zu Weihnachten und Geburtstagen stand der Name Feldhaus auf den Wunschzetteln. Schließlich galt das Spielzeugparadies auf der Schildergasse als Laden, „wo man alles kriegt“ – einschließlich hochwertiger Puppenhäuser zum Selberbauen und wertvoller Künstlerpuppen. Zudem fand man auf fünf Etagen das größte Angebot an Spielzeug-Eisenbahnen in Köln sowie einer Riesenauswahl an Auto-Miniaturen und Gesellschaftsspielen. Und natürlich: Ferngesteuerte Autos und Boote der Hersteller Robbe und Carrera – da leuchteten die Kinderaugen. „Geht nicht – gibts nicht“ lautete bei Feldhaus seit der Gründung des Geschäfts durch den Namensgeber Peter Wilhelm Feldhaus im Jahre 1842 die Geschäftsphilosophie: Auf Wunsch besorgte man dort bei den Herstellern Ersatzteile, ließ teure Plüsch-Tier-Unikate anfertigen oder Lokomotiven aufwendig umbauen.

2006: Das Aus für Feldhaus

Spielzeug-Katalog von Feldhaus mit dem legendären stilisierten ballspielendem Kind
Spielzeug-Katalog von Feldhaus
Vor dem Eingang von Feldhaus: Ein lebensgroßer Steiff-Braunbär hieß die Kunden willkommen. Heute legendär.

Doch im Jahre 2006 war nach 164 Jahren Spielwaren-Tradition Schluss: Das renommierte Fachgeschäft mit Filialen in Wuppertal. Leverkusen und sogar Paris (!) schloss für immer. Das Familienunternehmen hatte schon in den 90er Jahren gekränkelt. Die Konkurrenz aus dem Internet kam auf und die Miete für die fünf Etagen in der Premiumlage auf der Schildergasse schlug mit hohen Ausgaben zu Buche. Bereits 1995 wurde das Unternehmen daher an die Vedes-Tochter „SF Spiel + Freizeit Handelsbetriebe GmbH“ verkauft. Aber auch das konnte Feldhaus nicht retten.

Wehmütig nahmen die Kölner 2006 Abschied von einem schönen Kapitel ihrer Kindheit. Und auch heute noch hält manch Kölner beim Flanieren über die Schildergasse Ausschau nach seinem einstigen Lieblingsgeschäft in der Hoffnung, das Feldhaus wiederauferstanden sein könnte.

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